hochsensibilität coaching

Was ist Hochsensibilität?

Hochsensibilität, oft auch Hochsensitivität oder Feinsinnigkeit genannt, ist mit einer stark erhöhten Wahrnehmungsfähigkeit verbunden. Das bedeutet, dass hochsensible Menschen mehr Reize wahrnehmen als andere Menschen und auch emotional stärker darauf reagieren.

Diese erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit kann verschiedene Sinneskanäle betreffen. In der folgenden Tabelle findest du eine kleine Übersicht mit möglichen Merkmalen bzw. "Symptomen" oder häufigen Problemen, die du haben könntest, wenn du in diesem Bereich hochsensibel bist. Die Hochsensibilität kann bei einem oder auch mehreren Sinneskanälen besonders ausgeprägt sein, das ist ganz individuell. Ich beschreibe für jeden Sinneskanal auch mögliche Stärken, die sich daraus ergeben und unterstützende Impulse, die dir weiterhelfen können. Mach dir bitte immer wieder bewusst, auch wenn du zurzeit unter deiner Hochsensibilität leiden solltest, dass du genau dadurch auch besondere Fähigkeiten und Gaben hast, von denen andere Menschen nur träumen können und die wirklich etwas besonderes sind!

Sinneskanal Häufige Probleme Vorteile und Stärken Das könnte dir gut tun
 Hören

Geräuschempfindlichkeit

Schmerzempfinden, Erschrecken und/oder leichte Ablenkbarkeit bei bestimmten (meist lauten) Geräuschen

Schwierigkeit Gespräche oder Geräusche im Hintergrund auszublenden – es wird alles auf einmal wahrgenommen

Evtl. einhergehend mit Misophonie

Musikalität

Musik kann tief berühren

Besonders hilfreich bei Berufen und Tätigkeiten, die ein besonderes Gehör erfordern

Stille

Möglichst ruhige Umgebung

Noise-Cancelling Kopfhörer oder Oropax

Harmonische Musik gezielt zur Entspannung einsetzen

Fühlen Aufsaugen fremder Emotionen

Gefühl mit der Umwelt zu verschmelzen

Schwierigkeiten die eigenen Gefühle wahrzunehmen bzw. von denen der Umgebung zu differenzieren

Abneigung gegen Menschenmassen

Empfindlichkeit bei kratzender Kleidung und Schildern
Besonderes Gespür für Stimmungen

Ausgeprägte Empathie

Gefühl dafür, was andere brauchen bevor sie selbst es wissen

Instinktives Wissen, wenn jemand lügt

Können ihre Veranlagung im sozialen, beratenden oder therapeutischen Bereich einsetzen

Intensives Erleben auch von positiven Gefühlen, z.B. Begeisterungsfähigkeit
Zeit für dich alleine

Ein emotional harmonisches Umfeld

Aktivitäten in kleineren Gruppen
Sehen Lichtempfindlichkeit

Erhöhte Ablenkbarkeit bei visuellen Reizen

Wahrnehmen kleinster Bewegungen (auch aus dem Augenwinkel)

Kleinste optische Änderungen oder Fehler werden sofort erkannt

Schwierigkeit Unordnung zu ertragen
Besonderes Ästhetik-Empfinden

Gestalterisches Talent

Künstlerische Begabung

Ordnungsliebe
Pausen nutzen, um bewusst einige Sekunden die Augen zu schließen und so keine neuen visuellen Reize aufzunehmen

Etwas Zeit im Dunklen verbringen

Reizarme, eher minimalistische Umgebung


Riechen Erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit bei feinsten Gerüchen

Übelkeit und Unwohlsein bei unangenehmen Gerüchen, z.B. Zigarettengeruch
Leichteres Wahrnehmen von Gefahren, z.B. Brandgeruch Nach Möglichkeit kein Besuch von Orten, die stark parfümiert sind oder an denen häufig geraucht wird
Schmecken Abneigung gegen scharfes Essen

Übelkeit und Unwohlsein bei bestimmten unangenehmen Geschmacksnuancen
Herausschmecken feinster Nuancen in Gerichten Mildes Essen

Das Essen selbst so zubereiten, wie es für dich stimmig ist
 

PS: Wenn du diese Liste gerne ergänzen möchtest, sende mir hier gerne deinen Vorschlag!

Gemeinsamkeiten von Hochsensiblen

So viele unterschiedliche Ausprägungen es bei der Hochsensibilität auch gibt – alle Hochsensiblen haben folgendes gemeinsam:

1. Sie nehmen auf dem jeweiligen Sinneskanal MEHR Informationen wahr als nicht-hochsensible Menschen. Das bedeutet also im Umkehrschluss, dass Nicht-Hochsensible vieles gar nicht wahrnehmen können, was für Hochsensible klar vorhanden ist. Da ich öfter höre, dass manchen Hochsensiblen eingeredet wird, was sie hören/fühlen/riechen etc. würde nicht existieren oder nur eingebildet werden, möchte ich das nochmal betonen: Die Wahrnehmungsschwelle für Reize ist bei hochsensiblen Menschen einfach niedriger. Das ist alles.

2. Die aufgenommenen Informationen werden insgesamt tiefer und detaillierter im Gehirn verarbeitet als bei nicht-hochsensiblen Menschen. Durch diese erhöhte Leistung des Gehirns wird mehr Energie verbraucht, sodass hochsensible Menschen schneller ermüden und leichter erschöpft sind.

3. Durch den erweiterten Wahrnehmungs- und intensiveren Verarbeitungsprozess im Gehirn kommen Hochsensible schneller an die eigenen Belastungsgrenzen. Wenn diese Belastungsgrenze überschritten wird, reagieren hochsensible Menschen leichter emotional gereizt – wie jeder andere Mensch auch ;-) Nur dass bei hochsensiblen Menschen diese Schwelle einfach niedriger liegt als bei den meisten.

Eingeschränkte Lebensqualität durch Hochsensibilität

Wenn dir deine Hochsensitivität nicht bewusst ist oder du nicht weißt, wie du damit umgehen kannst, kann sich Hochsensitivität manchmal fast wie ein Fluch anfühlen und die eigene Lebensqualität stark einschränken. Und das in jedem Lebensbereich – in deiner seelischen und emotionalen Verfassung, in deiner Partnerschaft, deinem Job, mit deiner Familie. Denn du nimmst deine Hochsensibilität überall hin mit und abschalten kann man sie ja nunmal nicht (ich weiß, das hast du dir bestimmt schonmal gewünscht ;-) ) Vielleicht hast du zusätzlich das Gefühl, "irgendwie anders" zu sein, fühlst dich schnell überlastet, erschöpft, völlig überfordert und ohne stabile innere Mitte, die dir zuverlässig Halt gibt.

Wenn dir diese Besonderheiten deiner Hochsensibilität nicht bewusst sind, verstehst du dich selbst vielleicht manchmal nicht und der Alltag wird zum Spießrutenlauf – zu viele Reize, Informationen, zu viele Emotionen im Umfeld, die du unbewusst einfach aufsaugst, weil du dich automatisch damit verbindest. Vielleicht erlebst du auch Konflikte, weil dein Umfeld deine erhöhte Sensitivität einfach nicht versteht. Oder du verlässt dich selbst immer wieder, vernachlässigst deine Bedürfnisse und Grenzen, weil du für dich den Weg der Anpassung und Selbstaufgabe gewählt hast. Das alles ist auf Dauer sehr schmerzhaft.

Konkrete Tipps für Hochsensible

Gerade weil du so viel im Außen wahrnimmst und so feine Antennen hast, ist es so wichtig, dass du lernst, DICH wieder zu spüren. Deine stabile Mitte und deinen Halt in dir selbst zu finden und hinter dir und deinen Bedürfnissen und Grenzen zu stehen. Der Weg führt weder in noch mehr Selbstaufgabe aus altruistischen oder spirituellen Gründen noch in die Dissoziation, in die Abspaltung von dem was du wirklich bist. Es geht darum, deine Menschlichkeit genauso wie deine Spiritualität anzuerkennen und DEINEN Weg zu finden. Dein Weg beginnt immer bei dir.

Unten liste ich dir einige Methoden auf, die dir wirklich helfen können, wenn du lernen möchtest mit deiner Hochsensibilität umzugehen und dir ein erfüllendes harmonisches Leben erschaffen möchtest. Achtung: Das sind keine "quick fixes", die du 5 Minuten anwendest sondern tiefgehende Methoden, mit denen man sich länger auseinandersetzt und die Teil des eigenen Lebens werden können. Ich weiß, wir haben alle wenig Zeit, aber wenn du wirklich möchtest, dass sich etwas für dich ändert – und zwar langfristig – dann investiere diese Zeit in dich. Sei es dir wert, dir die Zeit zu nehmen um deine Hochsensibilität zu verstehen und die Tools und Methoden zu verinnerlichen und anzuwenden, die dann dafür sorgen, dass dein Leben eine ganz andere Qualität bekommt und du nicht nur die Schattenseite deiner Hochsensibilität zu spüren bekommst, sondern auch die Lichtseite – denn die gibt es!

Unabhängig von deiner individuellen Ausprägung der Hochsensibilität gibt es einige Ansätze, die dir in jedem Fall weiterhelfen können, denn sie gehen auf das grundlegende Muster der Überreizung, Überforderung und dem unbewussten Verschmelzen mit der Umwelt ein. Sie gehören definitiv zu meinem persönlichen "Basis-Toolkit" für ein erfüllendes Leben mit Hochsensibilität und sind genau aus diesem Grund auch Bestandteil meines Coaching-Programms Hochsensibel & Happy. Hier sind meine Top 5 für dich:

  • Meditation und Achtsamkeit: Du trainierst mit diesen Methoden eine akzeptierende Grundhaltung und entwickelst immer mehr ein Bewusstsein dafür, wer du wirklich bist. Hierdurch nimmst du dich selbst bewusster wahr und kannst bewusster mit belastenden Reizen umgehen, diese mit einiger Übung sogar leichter akzeptieren und wirst weniger stark von ihnen getriggert. Das hängt damit zusammen, dass der innere Widerstand abnimmt und immer mehr durch eine allumfassende Akzeptanz ersetzt wird. Du kannst dir das so vorstellen, dass du weniger mit deiner Umwelt und deiner inneren Welt kämpfst. Es ist dieser Kampf und der innere Widerstand, die unglaublich anstrengend sind.
  • Arbeit mit dem inneren Kind: Tiefe emotionale Heilung für ungelöste emotionale Verletzungen, die dich noch immer belasten und (unbewusst) beeinflussen; eine sehr hilfreiche und liebevolle Methode für eine ausbalancierte Innenwelt, die deine emotionale Selbstregulation fördert und dich tief in dir ruhen lässt. Wenn du mehr über die Arbeit mit dem inneren Kind erfahren möchtest, schau dir gerne diesen Blogartikel an: Emotionale Verletzungen heilen
  • Selbstliebe: Dich selbst liebevoll annehmen, genau wie du bist – mit all deinen Eigenschaften, all deinen Gefühlen und deiner Hochsensibilität.
  • Übungen zur Zentrierung, Erdung und Selbstwahrnehmung: Unterstützen dich, tief in dir anzukommen und dich selbst mindestens genauso stark wahrzunehmen wie deine Umwelt.
  • Austausch mit Gleichgesinnten: Es ist so heilsam, sich mit anderen Hochsensiblen auszutauschen! Dann spürst du auch, dass du gar nicht allein bist damit :) Es gibt viele Facebook-Gruppen und Foren, in denen du dich mit anderen austauschen kannst.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, bis hierhin zu lesen. Ich hoffe, dass ich dir einige hilfreiche Impulse mit auf deinen Weg geben konnte. Wenn du Fragen zu deiner Hochsensibilität hast, die dir unter den Fingernägeln brennen, sende mir gerne eine Nachricht!

Ich möchte dich dazu ermutigen,
wieder frei du selbst zu sein.
Dein Zuhause in dir zu finden.
Dieses Leben zu genießen.
Und dich mit deinen Gaben zu verwirklichen.
Wir brauchen dich.